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Archiv 2018


Imker beklagen hohen Verlust von Völkern

Tülau: Rückblick aufs Vorjahr fällt eher durchwachsen aus

Zur
Der Imker-verein wächst, die Honigernte war durchwachsen: Der bestätigte Vorstand um Otto Kisser (3.v.r.) mit den beiden neuen Mitgliedern.

Tülau (rpz). Eine gute und eine weniger gute Nachricht bei der Jahresversammlung des Imker-vereins Brome: Die Hobbyimker um den Vorsitzenden Otto Kisser begrüßten zwei neue Mitglieder. Aber sie können nur auf ein eher durchwachsenes HonigErntejahr zurückblicken.

„ Auffällig war, dass viele Imker zu Beginn des Jahres über einen hohen Verlust von Bienenköniginnen sowie Völkern berichteten“, sagte der Vorsitzende. Die überlebenden Völker kamen laut Kisser eher schwach aus dem Winter und erholten sich erst ab Mitte März. Hier sei das Trachtenangebot besonders durch Weiden, Krokusse und Ahorn über lange Zeit relativ gut gewesen, so dass sich die überlebenden Völker gut entwickeln konnten. „Erfreuliches und weniger Erfreuliches halten sich somit die Waage“, stellte Kisser fest.

Nun richten sich die Blicke der 29 Hobbyimker auf das neue Vereinsjahr und hier im Besonderen auf den weiteren Verlauf der kommenden Frühlingswochen in der Hoffnung, dass ihre Bienenstöcke von Schädlingen wie der VarroaMilbe verschont bleiben. Zudem plant der Verein aus Anlass seines 130-jährigen Bestehens ein kleines Imkerfest am Bienenlehrpfad, der Termin ist jedoch noch offen.

Abgerundet wurde die Versammlung mit der offiziellen Aufnahme von Mike Schröder und Dennis Schulze in den Verein sowie den Wahlen, bei denen Uwe Böwing (Vize-vorsitzender), Matthias Hartig (stellvertretender Schatzmeister) und Andreas Menk (stellvertretender Schriftführer) in ihren Ämtern bestätigt wurden.


Imkerverein feiert 130. Geburtstag

Treffen am Bienenlehrpfad in tülau

Tülau. Am 14. März 1886 kamen in Zicherie 25 Imker aus der Altmark und der Drömlingsregion zusammen. Sie gründeten die „Freie Imkervereinigung Eintracht“, deren erster Vorsitzender der Ahnebecker Heinrich Böse wurde. Nun trafen sich die Mitglieder des Imkervereins Brome, um am Bienenlehrpfad bei Tülau ihren 130. Vereinsgeburtstag zu feiern.

Nach der Teilung Deutschlands splittete sich der Verein in die Sparten Klötze und Beetzendorf, und auf der niedersächsischen Seite entstand der Bromer Imkerverein. Aber ursprünglich, berichtet der Vorsitzende Otto Kisser, war es ein Verein.

Dass den Mitgliedern die Gründungsgeschichte überhaupt bekannt ist, haben sie dem Klötzer Imkerverein zu verdanken. Nach der Wiedervereinigung gab es ein gemeinsames Treffen: „Es war ein richtig fröhliches Fest“, so Kisser. Durch Gespräche, die Chronik der Klötzer und alte Protokollbücher erfuhren die Bromer von den gemeinsamen Wurzeln. Beide Vereine pflegen nach wie vor einen freundschaftlichen Kontakt.

Vieles, meint Kisser, der dem 35 Mitglieder starken Verein seit 1977 angehört und ihn seit 1988 leitet, habe sich verändert. Etwa die Bedrohung der Bienen durch Varroa-milben: „Wer nicht behandelt, verliert seine Völker.“Damals wie heute ist der Austausch untereinander wichtig.

Genau wie die Nachwuchsarbeit: Auch künftig sollen junge Leute an die Imkerei herangeführt werden. Wer Interesse daran habe, müsse zunächst den Umgang lernen. Über den Verein gibt es die Möglichkeit, an Schulungen teilzunehmen. Und: „Alle Imker stehen mit Rat und Tat zur Seite.“